Die Textwissenschaft hatte bereits seit der Antike den Bedarf, literarische Werke in Gattungen einzuteilen. Dies war erfolgreich, denn dadurch ergab sich die Dreiteilung in Großgattungen: Epik, Lyrik und Dramatik. Der Epik, auch erzählende Literatur genannt, gehören alle Varianten des fiktionalen Erzählens. Genau dieses fiktionale Erzählen ist in Vers- oder Prosaform geschrieben, wobei die Autorinnen und Autoren meistens verschiedene Erzähltechniken gebrauchen. Durch diese Erzähltechniken lenkt ein erzählender literarischer Text die Aufmerksamkeit des Lesers auf eine handelnde Figur. Der innere Monolog ist eine solche Technik, die die Gedanken einer Figur wiedergibt. Die Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftler sind sich in diesem Aspekt nicht ganz einig, denn eine Gruppe setzt den inneren Monolog mit dem Bewusstseinsstrom (eng. stream of consciousness) gleich, die andere sagt, der innere Monolog sei bewusster und besser auf der syntaktischen Ebene formuliert. Es ist zwar kein Fehler, den inneren Monolog mit dem Bewusstseinsstrom gleichzumachen. Sie sind schon auf einigen Ebenen verwandt, worüber mehr die Rede im Laufe des Beitrags sein wird. Der auktoriale (allwissende) Erzähler kann auch wissen, was eine Figur denkt und stellt diese Gedanken meist mit einer Einleitung wie „sie sagte zu sich“ u.Ä. dar. Diese oder ähnliche Einleitungen schließt man bei einem inneren Monolog aus, wodurch die Erzählperspektive, also der Erzähler, im Hintergrund bleibt. Wann und in welcher Form ein innerer Monolog in einem erzählenden Text erscheint, lässt sich an den Textauszügen erzählender Texte erkennen. Der Fokus der vorliegenden Arbeit wird auf dem inneren Monolog und seiner Erscheinung in erzählenden Texten sein.
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